P-Konto

Was ist ein P-Konto?

Täglich werden in Deutschland mehrere Tausend Konten gepfändet. Dies bedeutet nicht nur hohe Kosten für die Kreditinstitute, sondern führt teilweise zu existenzbedrohenden Situationen für die Betroffenen. Von einem Tag zum nächsten ist kein verfügbarer Betrag mehr auf dem Girokonto, obwohl noch wichtige Ausgaben anstehen und dringende Rechnungen zu bezahlen sind.

Um dies zu verhindern, ist es möglich, sein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto, kurz: P-Konto, umzuwandeln. Seit dem 01. Juli 2010 hat jeder Bürger Anspruch darauf. Früher war es notwendig, zum Vollstreckungsgericht zu gehen und einen entsprechenden Pfändungsschutz zu beantragen.

Was kann das P-Konto?

Überweisungen können wie bei einem normalen Girokonto abgewickelt werden, allerdings ist ein bestimmter Guthaben-Betrag auf unkomplizierte Art und Weise vor einer möglichen Pfändung geschützt. Im Gegensatz zu früher muss dazu nicht extra bei Gericht der Pfändungsschutz beantragt werden.

Das P-Konto schützt nicht generell vor Pfändungen, lediglich ein gewisser Betrag wird davon ausgenommen.

Welcher Geldbetrag ist geschützt?

Guthaben sind derzeit (Stand: September 2016) bis zu einer Höhe von € 1.073,88 je Kalendermonat vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt. Dies ist der sogenannte Grundfreibetrag, der jedem zusteht.

Ist der Kontoinhaber gegenüber anderen Menschen unterhaltpflichtig, muss also für diese sorgen, kann der Betrag erhöht werden.

Kosten

Die Bank darf für die Einrichtung eines P-Kontos, bzw. die Umwandlung eines normalen Girokontos in ein solches keine Gebühren verlangen.

Kontoführungsgebühren sind hingegen erlaubt. Diese dürfen allerdings nach der Umwandlung nicht höher sein.

Auch dürfen die bisherigen Serviceleistungen, wie die Möglichkeit zum Onlinebanking, Daueraufträge, Lastschriften und ähnliches, nicht eingeschränkt werden.

Darf man ein P-Konto überziehen?

Das ist erlaubt, sofern das Kreditinstitut einen Überziehungskredit eingeräumt hat. Allerdings sind durch das P-Konto nur Guthaben geschützt. Damit dieser Schutz wirksam wird, muss das Konto zunächst ausgeglichen werden. Es kann sinnvoll sein, die überzogene Summe beispielsweise in einen Raten- oder einen Rahmenkredit umzuwandeln. Häufig spart man dadurch auch Zinsen.

Ein Schutz vor dieser Verrechnung bei überzogenen Konten existiert nur für Sozialleistungen. Innerhalb von 14 Tagen kann der Bezieher der Leistungen über diesen Betrag verfügen. Er darf in diesem Zeitraum nicht zur Verrechnung von Schulden oder zur Pfändung herangezogen werden.

Wie schnell bekommt man ein P-Konto?

Falls das Konto, das umgewandelt werden soll, bereits gepfändet wird, ist das Kreditinstitut verpflichtet, die Umwandlung innerhalb von 4 Werktagen vorzunehmen.

Der Antrag muss schriftlich erfolgen und vom Kontoinhaber selbst gestellt werden. Eine Vollmacht des Ehegatten genügt nicht. Lediglich gesetzliche Vertreter können für andere ein P-Konto beantragen. Beispielsweise Eltern für ihre minderjährigen Kinder.

Gemeinschaftskonten

P-Konten werden immer nur als Einzelkonten geführt. Ein gemeinsam geführtes Ehegattenkonto muss in zwei P-Konten aufgeteilt werden, wenn der Pfändungsschutz greifen soll.

Vermeidung von Missbrauch

Es ist verboten, für eine Person mehrere P-Konten zu eröffnen, um den Grundfreibetrag mehrfach in Anspruch zu nehmen.