PostIdent

Wie funktioniert die Eröffnung eines Girokontos via PostIdent?

Um ein Girokonto bei einer deutschen Bank oder Sparkasse eröffnen zu können, muss sich jeder Bankkunde mit seinem gültigen Ausweispapier (Personalausweis oder Reisepass) gegenüber dem Geldinstitut ausweisen. Hierdurch wird sichergestellt, dass ein neues Bankkonto auch wirklich einer bestimmten Person gehört. Seitens des Gesetzgebers ist diese Identitätsfeststellung verpflichtend vorgeschrieben um der illegalen Nutzung von Bankkonten, zum Beispiel für die Geldwäsche oder die Terrorismusfinanzierung, vorzubeugen. Durch die Identitätsfeststellung lässt sich jedes deutsche Bankkonto, ganz gleich ob Giro- oder Tagesgeldkonto, sowie jedes Wertpapierdepot einer bestimmten natürlichen oder juristischen Person zuordnen.

Soweit Kunden ein Konto oder Wertpapierdepot bei einer Filialbank eröffnen möchten, findet diese Identitätsfeststellung persönlich durch den Bankangestellten in der Filiale statt. Der Mitarbeiter der Bank stellt die Identität des Kunden anhand des bei der Kontoeröffnung vorgelegten Ausweispapiers fest.

Identitätsfeststellung für Kunden von Direktbanken

Kunden, die ein Konto oder Wertpapierdepot bei einer Direktbank eröffnen möchten, bietet sich die Möglichkeit einer persönlichen Identitätsfeststellung in einer Filiale grundsätzlich nicht. In der Regel verfügen Direktbanken nämlich über keine Filialen, in denen die Identitätsfeststellung durchgeführt werden könnte. Lediglich Kunden von Direktbanken, die zu einem Mutterkonzern gehören bietet sich die Möglichkeit der persönlichen Identitätsfeststellung in einer Filiale der Mutterbank. Kunden der Comdirect können die Feststellung bei der Mutterbank Commerzbank durchführen lassen, Kunden der Norisbank nutzen die Filialen der Deutschen Bank.

Durch die Entstehung der Direktbanken musste ein neues Verfahren für die Identitätsfeststellung gefunden werden. Heute üblich ist das sogenannte PostIdent-Verfahren.

PostIdent-Verfahren

Bei der Online-Beantragung eines Kontos oder Wertpapierdepots bei einer Direktbank über das Internet erhält der Neukunde neben den Kontoeröffnungsunterlagen ein weiteres Dokument für das PostIdent-Verfahren. Sämtliche Unterlagen müssen nach der Beantragung ausgedruckt werden. Alternativ bieten die Banken an, die Unterlagen auf dem Postweg zuzusenden.

Zur Identitätsfeststellung muss der Neukunde mit den Kontoeröffnungsunterlagen, dem Dokument für das PostIdent-Verfahren und dem eigenen gültigen Ausweispapier eine Postfiliale aufsuchen. In vielen Banken ist die Durchführung des PostIdent-Verfahrens ebenfalls möglich. Häufig bieten Filialbanken diesen Service jedoch nur gegen Zahlung einer Gebühr oder auch nur für die Eröffnung eines Kontos der eigenen Tochterbank an.

In der Postfiliale legt der Neukunde dem Postbediensteten sämtliche Unterlagen und den Personalausweis bzw. Reisepass vor. Der Postbedienstete überträgt die dort enthaltenen Angaben in den Computer und kontrolliert die Identität des Kunden anhand des Ausweispapiers. Auf dem Ausdruck, den der Postbedienstete erstellt, muss der Kunde nochmals alle Angaben kontrollieren. Selbst kleinste Abweichungen bei den Angaben sollten korrigiert werden, da ansonsten eine Kontoeröffnung nicht möglich ist. Abschließend bestätigt der Kunde die Korrektheit der Daten mit seiner Unterschrift, die der Unterschrift im Ausweispapier entsprechen muss. Der Postbedienstete versendet die Eröffnungsunterlagen und den Ausdruck über die erfolgreiche Identitätsfeststellung an die neue Bank des Kunden.

Die für das PostIdent-Verfahren entstehenden Kosten werden in der Regel durch die neue Bank des Kunden getragen. Soweit keine anderen Gründe gegen eine Kontoeröffnung sprechen erhält der Neukunde in der Regel nach wenigen Tagen sein Bestätigungsschreiben über die erfolgreiche Kontoeröffnung sowie die weiteren benötigten Unterlagen wie das Anschreiben mit der für die Kontonutzung notwendigen PIN.